Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt in seinem epidemiologischen Bulletin, das sich im Jahr 2017 ca. 2700 Menschen mit HIV (Neu-Infektionen) bundesweit infiziert haben. Das entspricht einem Rückgang der Neuinfektionen von 7% gegenüber 2016.

Von der geschätzten Gesamtzahl der HIV-Neuinfektionen 2017 sind etwa 1.700 (63,0%) Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Etwa 440 Frauen (16,3%) und 230 Männer (8,5%) haben sich auf heterosexuellem Weg in Deutschland infiziert (Hetero insgesamt 24,8%). Darüber hinaus haben sich etwa 320 (11,8%) Personen beim intravenösen Drogenkonsum (IVD) infiziert.

Quelle: Epidemiologische Bulletin Nr. 47/2018

Für den Kreis Olpe gehen wir davon aus, dass mindestens 200 Menschen mit HIV leben. Durch deutlich verbesserte Therapien ist heute eine gute Behandlung der Infektion möglich. Hierbei kann, wenn die Therapie gut wirkt, die Viruslast im Blut bis unter die Nachweisbarkeitsgrenze (<20 Viruskopien/ml Blut) gedrückt werden. So kann ein HIV-positiver Mensch bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung der Infektion und ohne das Auftreten von HIV-typischen Erkrankungen heute genausolange leben wie ein nicht infizierter Mensch.

Bei einer HIV-Spätdiagnose ist dies nicht ganz so einfach, hier kann je nach Voranschreiten der Infektion ohne Erkennung und damit auch ohne medikamentöse Therapie die Behandlung deutlich schwieriger werden. Auch ist eine lebenslange Disziplin bei der Medikamenteneinnahme und eine regelmäßige Wahrnehmung der ärztlichen Kontrolluntersuchungen erforderlich.

Seit Beginn der weltweiten Ausbreitung von HIV in den 1980er Jahren wird nach einem Impfstoff und nach ausheilenden Behandlungsmöglichkeiten geforscht. Bis heute ist es noch nicht gelungen, diese zu entwickeln. Wann die Forschungen zu einem Erfolg führen werden, ist zur Zeit noch nicht absehbar.

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