Aktuelle Zahlen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet in seinem epidemiologischen Jahrbuch 2015 für HIV 3674 Neu-Diagnosen bundesweit. Das entspricht einem Anstieg der Neuinfektionen von 5% gegenüber 2014. Davon sind ca. 80% Männer und ca. 20% Frauen.

 

Die folgenden Angaben zum Übertragungsweg beziehen sich auf 81% der dem RKI gemeldeten Neudiagnosen, bei 19% der Neudiagnosen wurden keine Angaben zum Übertragungsweg gemacht. Für das Jahr 2015 verteilt sich demnach die Übertragung von HIV auf:

 

50,4% Männer, die Sex mit Männern haben

26,0% heterosexuelle Kontakte

 3,6%  intravenöser Drogengebrauch

20,0% ohne Angaben zum Infektionsweg

 

Die auf das Lebensalter bezogene Verteilung zeigt, dass die Gruppe der 20 bis 39 jährigen am stärksten vertreten ist, gefolgt von den 25 bis 29 jährigen und den 40 bis 49 jährigen Menschen. Seit 2010 steigen die Zahlen der gemeldeten HIV-Neuinfektionen kontinuierlich an.

 

Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass Anfang 2015 in Deutschland ca. 83.000 Menschen mit HIV lebten, davon ca. 67.000 Männer und 16.000 Frauen. Von diesen wissen 14.000 Menschen noch nichts von ihrer HIV-Infektion.

 

Weitere Angaben des RKI finden sie unter diesem Link: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/Ausgaben/38_16.pdf?__blob=publicationFile

 

Für den Kreis Olpe gehen wir davon aus, dass mindestens 200 Menschen mit HIV leben. Durch deutlich verbesserte Therapien ist heute eine gute Behandlung der Infektion möglich. Hierbei kann, wenn die Therapie gut wirkt, die Viruslast im Blut bis unter die Nachweisbarkeitsgrenze (<20 Viruskopien/ml Blut) gedrückt werden. So kann ein HIV-positiver Mensch bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung der Infektion und ohne das Auftreten von HIV-typischen Erkrankungen heute genausolange leben wie ein nicht infizierter Mensch.

 

Bei einer HIV-Spätdiagnose ist dies allerdings nicht ganz so einfach, hier kann je nach Voranschreiten der Infektion ohne Erkennung und damit auch ohne medikamentöse Therapie die Behandlung deutlich schwieriger werden.
Auch ist eine lebenslange hohe Disziplin bei der Medikamenteneinnahme und eine regelmäßige Wahrnehmung der ärztlichen Kontrolluntersuchungen erforderlich, und die Medikamente haben teils beträchtliche Neben- und Wechselwirkungen.

 

Seit Beginn der weltweiten Ausbreitung von HIV in den 1980er Jahren wird nach einem Impfstoff und nach ausheilenden Behandlungsmöglichkeiten geforscht. Bis heute ist es noch nicht gelungen, diese zu entwickeln. Wann die Forschungen zu einem Erfolg führen werden, ist zur Zeit noch nicht absehbar.